Ein taktiles Leitsystem oder auch Blindenleitsystem ist eine Kombination aus verschiedenen Bodenindikatoren aus Rippen- und Noppenplatten, die blinden und sehbehinderten Menschen über den Langstock (und ihre Füße) leiten, stoppen oder warnen.

Bodenindikatoren müssen sich sowohl taktil als auch visuell vom angrenzenden Belag deutlich unterscheiden. Bei mangelndem Kontrast sind Indikatoren mit Begleitstreifen zu versehen. In DIN 18040-3 werden die Grundlagen der barrierefreien Gestaltung des öffentlichen Verkehrsraums beschrieben. Die Ausführung von Bodenindikatoren und sonstigen Leitelementen wird in DIN 32984 konkretisiert [4].

Leiten

Rippenstruktur als Leitelement in Gehrichtung

Rippenstruktur in Gehrichtung als Richtungsfeld an einer Querung

Orientieren

Noppenstruktur als Abzweigefeld

Rippenstruktur in Hauptgehrichtung als Auffindestreifen für ein seitlich gelegenes Ziel, z.B. einer Haltestelle

Warnen

Rippenstruktur quer zur Gehrichtung als Einstiegsfeld an einer Haltestelle

Testbild 3:2

Noppenstruktur in Hauptgehrichtung als Hinweis auf ein Hindernis oder eine seitlich gelegene Querungsstelle

Talbündiger Einbau

Technischer Hinweis

Beim Einbau ist auf einen talbündigen Einbau der Bodenindikatoren zu achten, da der Langstock beim Pendeln gegen die äußeren Rippen bzw. Noppen anstößt. Bei bergbündigem Einbau fehlt der äußere Anschlag und der Langstock rollt komplett über die Rippen. Die Wahrnehmung der Indikatoren ist eingeschränkt.

[4] DIN 32984 4.3.2