Barrierefreie Mobilität ist von entscheidender Bedeutung für die selbstbestimmte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Barrierefreiheit bedeutet aber nicht nur, physische Hindernisse für Menschen mit Behinderungen zu beseitigen, sondern auch eine Umgebung zu schaffen, die für alle Menschen, unabhängig von Alter oder körperlicher Verfassung, zugänglich und lebenswert ist.

Haltestellen und Fahrzeuge im öffentlichen Personennahverkehr sind ebenso barrierefrei zu gestalten wie Gehwege, Ampeln und Straßenquerungen.

Laut statistischem Bundesamt [1] leben ca. 7,8 Millionen Menschen in Deutschland mit einer schweren Behinderung. Die Zahlen der Statistik spiegeln jedoch nur ein ungefähres Bild der Realität wider, da sie lediglich die von den Versorgungsämtern anerkannten Behinderungen, d. h. ab einem Grad der Behinderung von mindestens 50, darstellen. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber nicht, dass 90 Prozent der Menschen keine Behinderung haben. So sind die Behinderungen, die jeden Menschen im Laufe seines Lebens in irgendeiner Form beeinträchtigen, in den Statistiken nicht berücksichtigt. Bereits beim Start ins Leben erfährt jeder Mensch die Nachteile, kleinwüchsig zu sein. Defekte Aufzüge, große Steigungen und unebenes Gelände werden zum Hindernis, wenn man mit einem Kinderwagen, Koffer oder einer Sportverletzung unterwegs ist. Jede Treppe, schwache Kontraste oder schlechte Akustik werden spätestens im Alter problematisch. In seinem Lebensbereich behindert zu werden ist demnach keine Ausnahme, sondern eher die Regel.

[1] Statistisches Bundesamt, Stand Juli 2024